Bericht über den zweiten Gegenbesuch Stift-Keppel (Hilchenbach) – Goethe-Gymnasium (Bishkek)

 

Im Mai 2013 besuchte zum zweiten Mal  eine Schülergruppe des Gymnasiums Stift Keppel dieses ferne Land in Zentralasien  – anlässlich des seit 2008 bestehenden Schüleraustauschs mit dem Goethe-Gymnasium der kirgisischen Hauptstadt Bishkek. Begleitet von Lehrerin  Christina Kolberg-Böhm und Schulleiterin Sibylle Schwarz,  die damit den offiziellen Besuch des Schulleiters Andrej Sitolenko in Hilchenbach im vergangenen Jahr erwiderte,  erlebten die Schülerinnen und Schüler  die überwältigende Gastfreundschaft der kirgisischen Familien, die atemberaubende Landschaft des Landes, das zwischen China, Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan liegt, und tauchten ein in eine völlig andere Kultur.

Beeindruckend waren nicht nur die hervorragenden Deutschkenntnisse der Austauschpartner,  sondern auch die übrigen schulischen Leistungen im Goethe-Gymnasium, von denen sich Schüler und Lehrer während des Unterrichts überzeugen konnten. Nach dem Unterricht  gab es landestypische Musik- und Tanzvorführungen, Stadtführungen, eine Wanderung ins Gebirge ( die Gipfel waren noch schneebedeckt), die Besichtigung der Überreste einer bedeutenden Siedlung an der Seidenstraße,  und als Höhepunkt einen mehrtägigen gemeinsamen Ausflug zum Issyk-Kul, dem mit 160 km Länge und 60 km Breite größten Binnensee Zentralasiens. Hier wurde unter fachmännischer Anleitung ein Jurte, die traditionelle Behausung der Kirgisen, aufgebaut – und dann auch bewohnt. Den deutschen Schülern gefiel die Behausung so gut, dass sie sie  der Unterkunft in den Räumen des Jugendheims vorzogen und beide Nächte am See in der Jurte verbrachten.

Highlights in der  Freizeit  waren sicher der Gang über den größten Basar Zentralasiens, Spaziergänge durch die äußerst grüne Hauptstadt Bishkek, in der es viel für Europäer Ungewöhnliches zu entdecken gab, zum Beispiel das geniale Personentransportfahrzeug namens „Marschroutka“ : umgebaute hochbetagte Mercedes Sprinter, von denen hunderte auf unterschiedlichsten Routen die Menschen schnell, billig und mit gewagten Fahrmanövern von A nach B brachten.

Besonders nachhaltig war für die Schüler der Besuch in der deutschen Botschaft, bei dem sie erfuhren, auf welche Vergangenheit die Beziehungen beider Länder zurückblicken und wie sich das Verhältnis beider Länder heute entwickelt. Bei einem Besuch in Rotfront, einem früher ausschließlich von deutschen Aussiedlern bewohnten Dorf, konnten sich die Lehrerinnen ausführlich über  Migration deutscher Aussiedler und ihre Spuren bis heute in Kirgistan informieren.

Als  es nach 10 Tagen hieß Abschied nehmen, wurde so manche Träne vergossen, aber  auch in die Zukunft geblickt.  „Ich komme wieder, meine Gasteltern haben mich schon eingeladen“, und „Hoffentlich geht der Austausch weiter!“ war zu hören –  und viele nahmen ein kleines Stück Kirgistan mit nach Hause,  Gegenstände aus Filz,  Honig, Nüsse, Trockenfrüchte, oder aber ein besonderes „Schnäppchen“ vom Basar .

Die Kontakte bleiben: viele Schüler skypen und mailen weiterhin mit ihren kirgisischen Gastfamilien und planen schon den nächsten Besuch, Stipendiaten aus Bishkek, die in Deutschland studieren, halten Kontakt zu ihren früheren deutschen Austauschpartnern. Die Jurte, die anlässlich des jährlichen Kulturtags in Stift Keppel für eine Woche vor der Aula stand, lockte viele Neugierige, die dort mit Tee, kirgisischen Köstlichkeiten und vielen Informationen versorgt wurden – so dass schließlich eine 5. Klasse bei einer Übernachtung das  besondere Lebensgefühl kirgisischer Familien nachfühlen wollte.

 

 

Schüleraustausch Almaty/Kasachstan 29.4. bis 10.5.2015

Tagesberichte von Merle Barke



Nach einem langen, anstrengenden Flug und einer Zwischenlandung in Astana sind wir um kurz nach 1Uhr Ortszeit in Almaty gelandet.  Weiter lesen 

Tagesbericht Mittwoch - 29. April 2015

Jasmin Moos Klasse R9a Weiltalschule Weilmünster

 



Am Mittwoch, den 29.04.15, war der Tag der Abreise nach Almaty zu unseren Austauschschülern. Um 08:45 Uhr haben wir uns alle am ICE Bahnhof in Limburg-Süd getroffen, da um 09:07 Uhr der ICE in Richtung Frankfurt Flughafen abfuhr. Weiter lesen

Schüleraustausch Wolshskij Mai 2015

Schüler des Gymnasium Philippinum Weilburg auf Austauschfahrt an der Wolga

(18.-29.05.2015 Moskau-Wolshskij)

11 Schüler der Klassen 8-12 und Lehrkräfte Rita Heun (Russischlehrerin am GPW) und Filiz Ekici machten sich auf große Fahrt ins Riesenland Russland. Über 1000 km südlich von Moskau, in Wolshskij, einer erst 60 Jahre jungen Stadt mit über 300.000 Einwohnern an der Wolga bei Wolgograd erwarteten uns die Schüler des Gymnasiums Nr. 30 mit Deutschlehrerin Farida Nauenova und stellvertretender Schulleiterin Natalia Frolova.

Zuerst erfolgte der Flug Frankfurt-Moskau. Dort organisierte das Goetheinstitut für uns eine Zwischenübernachtung im Hotel Astrus und eine ganztägige Führung und Besichtigung der 10-Millionen-Stadt mit Rotem Platz, Kreml und der wunderschönen Basilius-Kathedrale, Lomonossow-Universität mit Panoramablick über die Stadt. Die riesige Christ-Erlöser-Kathedrale, Fußgängerzone Arbat und eine Fahrt mit der Metro durften auch nicht fehlen, um einige der phantastischen palastartigen Stationen anzuschauen. Alle 90 Sekunden fährt in den Spitzenzeiten eine U-bahn in die Bahnhöfe ein, in denen auch Lahnmarmor aus unserem Nachbarort Villmar verbaut wurde.

Am nächsten Abend Weiterflug Moskau-Wolgograd, dort herzlicher Empfang durch die Gastfamilien, deren Kinder bereits im Juni 14 Weilburg besucht hatten.

Bei der Schulbesichtigung konnten die GPW-Schüler Interessantes erfahren und Vergleiche anstellen. Es gibt eine Kantine mit eigenen Köchinnen, jeder Lehrer hat seinen festen Fachraum, der ausgestattet ist mit Computer, Bücherregalen usw. Allerdings hat unsere Partnerschule Platzsorgen, weshalb dort der Unterricht in zwei Schichten durchgeführt wird. Einige Jahrgangsstufen haben die 1. Schicht von 8-13 Uhr, andere die 2. Schicht von 13-18 Uhr. Die jüngeren Schüler tragen Uniform.

Wir wurden mit einem wunderbaren Begrüßungskonzert empfangen, in dem uns russische Traditionen nähergebracht wurden und auch die deutschen Schüler gleich teilnahmen. Da im Mai das Schuljahr in Russland schon zu Ende geht, konnten wir an der Feier des letzten Klingelns teilnehmen sowie am großartigen Abschlusskonzert der Schulabsolventen.

Neben Teilnahme am Unterricht standen viele interessante Ausflüge auf dem Programm.

In Wolgograd besuchten wir die Gedenkstätte der Schlacht von Stalingrad mit der imposanten Mutter Heimat-Statue, der Ruhmeshalle mit der Ehrenwache für die Gefallenen und dem Panoramamuseum. Dort erfuhren wir vieles über die dunklen Jahre der deutsch-russischen Beziehungen. Eine weitere Exkursion führte uns in die Hauptstadt der kalmückischen Republik Elista, wo die buddhistischen Tempel ebenso beeindruckten wie das Schachzentrum.

Lehrreich war auch ein Besuch in der ehemaligen deutschen Siedlung Sarepta, die 1765 von den Herrnhutern gegründet worden war und heute als Museum der Wolgadeutschen bewahrt wird. Die lutheranische Kirche ist schön restauriert, ebenso konnte man die deutsche Apotheke besichtigen, den Weinkeller und wir erfuhren viel über die wirtschaftlichen Erfolge der deutschen Siedler in der Produktion von Senfprodukten, Stoffen und anderem.

Um die Freundschaft zwischen den Austauschpartnern zu vertiefen, unternahmen wir gemeinsame Aktivitäten wie Bowling, Tanzen im Jugendzentrum, Spiele im Goethe-Zentrum von Wolshskij und im Anticafe Zaja. Ein Höhepunkt und zugleich krönender Abschluss war der Aufenthalt im Freizeitzentrum Weißer Wind, wo wir den ganzen Tag bei großer Hitze

paddeln, klettern, Bogenschießen und vieles mehr mit Picknick und Grillen verbinden und gemeinsam viel Spaß haben konnten.

Die Verständigung funktionierte auf Russisch, Englisch, Deutsch und mit Händen und Füßen, war aber nie ein Problem. Einige der deutschen Teilnehmer haben Russisch als 3. Fremdsprache am GPW, die russischen Austauschschüler können alle Deutsch.

Neben dem offiziellen Programm lernten die GPW-Schüler das Leben ihrer russischen Gastgeber kennen, waren mit auf der Datscha, in der Banja oder bei der Babuschka.

Russland verbinden bei uns viele mit Kälte, im Sommer wird es jedoch auch sehr heiß. Wir erlebten den Frühling, der auch schon 30 Grad aufzubieten hatte. Im Sommer wird manchmal der Asphalt flüssig, im Winter friert die Wolga zu, sagte man uns.

Viel zu schnell kam der Tag des Abschieds mit zwei Flügen (Wolgograd-Moskau, Moskau-Frankfurt). Es wurden neue Freundschaften geknüpft und gefestigt, und mit den neuen Medien ist es heute kein Problem mehr, den Kontakt zu halten. Viele Teilnehmer kommunizieren regelmäßig, spielen online zusammen, einige planen schon den nächsten privaten Besuch.

Gerade in politisch schwierigen Zeiten ist es besonders wichtig, den Kontakt zwischen den Menschen zu pflegen und auszubauen. Deshalb trägt unser Russlandaustausch zur Völkerverständigung und Freundschaft sowie zum Abbau von Vorurteilen bei.

Unser Dank geht an das Goetheinstitut, das die Verbreitung der deutschen Sprache im Ausland fördert, ohne dessen großzügige finanzielle und organisatorische Unterstützung ein solcher Austausch nicht durchführbar wäre.

(Rita Heun)

Bericht über den Gegenbesuch des Hochfranken-Gymnasiums Naila in Chwalinsk (Russland) 09.-21.04.2015

Eine überwältigende Gastfreundschaft, kulinarische Köstlichkeiten wie Pelmeni, Blini, Schtschi und Borschtsch, Liebe auf den ersten Blick zur Wolga und Freundschaften für’s Leben – dies ist die Bilanz des Gegenbesuchs der Nailaer Schülergruppe in Chwalinsk, begleitet von den Lehrkräften Carolin Heldwein und Thomas Köppel.

Knapp zwei Wochen im April verbrachten die Oberfranken in der russischen Kleinstadt an der Wolga. Beeindruckt von der schönen Landschaft und dem überaus herzlichen Empfang in den Familien fühlte sich die Gruppe auf Anhieb wohl und lernte intensiver Land und Leute kennen. In dem malerischen Städtchen war von der typisch deutschen Alltagshektik nicht so viel zu spüren, da das Leben dort noch etwas beschaulicher abläuft.

Ein erstes Highlight war zweifelsohne das russisch-orthodoxe Osterwochenende mit Besuch der orthodoxen Ostermesse. So wurden eifrig Eier gefärbt und Osterbrote gebacken. Der vierstündige Gottesdienst, der im Stehen gefeiert wird, erforderte zwar etwas Durchhaltevermögen, war aber in der Tat ein Fest für die Sinne.

Der Ostersonntag wurde dann in einer Freizeitanlage verbracht. Nach Spielen und dem kurzweiligen Besuch eines interaktiven Museums über die einheimische Natur lockte eine von den Gasteltern in Gemeinschaftsarbeit reich gedeckte Tafel mit typisch russischen Salaten, Süßspeisen und frisch gegrilltem Fleisch.

Am nächsten Tag begann für die russischen Schüler wieder der Schulalltag, bei dem sie nun an mehreren Tagen von ihren deutschen Gästen begleitet wurden. Diese waren beeindruckt von den anderen schulischen Gepflogenheiten und freuten sich, als sie sich beim Deutschunterricht der jüngeren Schüler selbst mit einbringen konnten. Auch für diesen Nachwuchs der Deutsch Lernenden war es eine besondere Erfahrung, ihre Sprachübungen mit Muttersprachlern machen zu können – es war für die meisten die erste Begegnung mit „echten“ Deutschen.

Neben den alltäglichen Schulbesuchen zeigten die Gastgeber ihren deutschen Besuchern aber auch die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung in ihrer Heimat. In besonderer Erinnerung blieb hier etwa ein nahe gelegener Skikurort mit Schwimmbad. Von dessen Außenbecken konnte man, bequem im warmen Wasser planschend, eine wunderbare Aussicht auf den restlichen Schnee der umliegenden Berge, die letzten Eisbrocken der Wolga und die Abenddämmerung über Chwalinsk genießen.

Die faszinierende Weite Russlands wurde den deutschen Gästen bei allen Ausflügen in andere Städte bewusst, für die man viele Stunden lang durchs weite Land fuhr, um sich auf die Spuren der Wolgadeutschen zu begeben. Diese entdeckte man in den Städten Marx und Engels, deren Ortsnamen auch für die wechselhafte Geschichte Russlands und damit auch der deutschen Siedler stehen. Eher zufällig, da man auf dem Weg an einer katholischen Kirche vorbeikam und spontan beschloss, diese kurz zu besichtigen, aber dadurch umso beeindruckender war in Marx die Begegnung mit einer Deutsch sprechenden Nonne. In Engels erfuhren die Gäste bei einer Stadt- und Museumsführung Grundlegendes, aber auch viele interessante Details über die Wolgadeutschen und ihre Geschichte. Wie deutsche Kultur bis heute in dieser Region gepflegt wird, zeigte das Deutsche Zentrum mit seiner umfassenden Bibliothek in Saratow. Dort begegnete man auch Deutsch-Studenten, die für die Gruppe eine Stadtführung organisiert hatten.

Auch Toljatti wurde besucht. Während das militärische Museum mit seiner umfassenden Ausstellung von Panzern, Raketen und sogar einem kompletten U-Boot besonders den männlichen Teil der Reisegruppe faszinierte, genossen vor allem die Mädchen den Besuch eines Einkaufszentrums am Nachmittag.

Nach all den Städtebesuchen begab sich die Gruppe am letzten Tag noch einmal in die Natur und informierte sich bei einer Wanderung durch den nahen Nationalpark über die örtliche Flora und Fauna. Bis zu diesem Tag hatte über zwei Wochen hervorragendes Wetter angehalten, nur am frühen Morgen des Abreisetages strömte der Regen, passend zur traurigen Abschiedsstimmung.

Auf der Heimreise legten die Nailaer noch einen eintägigen Zwischenaufenthalt in Moskau ein. Eine hervorragend moderierte Stadtrundfahrt führte die touristischen Highlights vor Augen und es war beeindruckend, all die Sehenswürdigkeiten, die man alle schon im Fernsehen gesehen hatte, nun direkt zum Anfassen vor sich zu haben. Fasziniert betrachteten die Reisenden aus dem Frankenwald die roten Mauern des Kreml, die bunten Kuppeln der märchenhaften Basilius-Kathedrale, aber auch Zeugnisse aktueller Ereignisse wie die Stelle, an der wenige Wochen zuvor Boris Nemzow getötet worden war. Das großstädtische Flair und die Glitzerwelt des Kaufhaus GUM waren ein starker Kontrast zum beschaulichen Kleinstadtleben in Chwalinsk, was einmal mehr die unglaubliche Vielfalt Russlands und seiner Bewohner unter Beweis stellte.